Maßnahmen seitens des Kühlturmbetreibers

Wahl des Kühlsystems

Die Wahl des Kühlsystems entscheidet über den Aufwand an Überwachung und Wartung, um den Wasserkreislauf in einem einwandfreien Zustand zu halten. Bei den so genannten geschlossenen Verdunstungskühlern ist der offene Kühlwasserkreislauf (Sekundärkreislauf) örtlich begrenzt. Er befindet sich direkt im Aggregat und ist daher besser kontrollierbar. Im Gegensatz dazu erschwert bei offenen Kühltürmen ein weit verzweigtes Rohrnetz mit langen Fließstrecken, Stillwasserzonen, Todleitungen und eingebundenem Wärmetauscher die Reinigung und Wartung. Dies führt häufig dazu, das erforderliche Inspektionen und Instandsetzungen nicht vorgenommen werden. Folglich sind aus hygienischen Gründen geschlossene Kühlturmsysteme in saugbelüfteter Bauweise mit Axialventilatoren zu bevorzugen und bereits bei der Planung von Kühlwasserkreisläufen zu berücksichtigen.

Regelmäßige Inspektion und Wartung

Die Betreiber eines Verdunstungskühlsystems ist verpflichtet, das Systm entsprechend den gesetzlichen Vorgaben regelmäßig zu überwachen und zu warten. Ein betriebseigener Wartungsplan beschreibt Umfang und Häufigkeit der erforderlichen Kontrollen und Wartungsarbeiten. Die hier downloadbare Wartungsanleitung von EVAPCO enthält Empfehlungen seitens eines Herstellers. Die Richtlinien der VDI 6022 und VDI 3803 schreiben darüber hinaus eine regelmäßige Prüfung des hygienische Zustands eines Kühlturms vor.

Abflutung und Frischwasserzufuhr

Verdunstungskühlsysteme geben Wärme ab, indem ein Teil des umgewälzten Sprühwassers verdunstet und mit der warmen, gesättigten Luft aus dem Kühlturm in die Atmosphäre austritt. Zurück bleiben die mineralischen Bestandteile und organischen Verunreinigungen des Kreislaufwassers, deren Konzentrationen mit fortschreitender Verdunstung ansteigt.  Daher muss ein Teil des Kreislaufwassers regelmäßig abgeflutet  und - wie auch der Verdunstungsanteil - durch Frischwasser ersetzt werden.

Eine begrenzte Anreicherung der Wasserinhaltsstoffe wird toleriert. D. h. das Kreislaufwasser wird nur soweit regelmäßig mit Frischwasser verdünnt, dass der Gehalt an Salzen und Schmutzstoffen für den Kühlturm gerade nicht mehr schädlich ist. Bei gering belastetem Frischwasser in kleinen Rückkühlanlagen, in denen der Wasserverbrauch nicht den limitierenden Faktor darstellt, können regelmäßige Abflutung und Frischwasserzufuhr ausreichen, um den Betrieb ohne die Bildung von Belägen und Korrosion sicherzustellen.

Weitere Informationen zur Abflutung

Wasseraufbereitung und Wasserbehandlung

Bei größeren Rückkühlanlagen mit hohem Wasserverbrauch oder bei bereits vorbelaste-tem Frischwasser wird der Betreiber einer Rückkühlanlage nicht umhin kommen, das Kreislaufwasser zu behandeln. Die Reduzierung von Salzen und Schmutzstoffen aus dem Kreislaufwasser

  • erlaubt eine höhere Eindickung
  • ermöglicht Einsparung an Frischwasser
  • reduziert die Betriebskosten
  • bietet eine höhere Betriebssicherheit.

Weitere Informationen zur Wasseraufbereitung und Wasserbehandlung